Preiskrise

DBV fordert praxisnähere Hilfe ein


Bundesregierung und EU sollten kurzfristig weitere Maßnahmen zur Unterstützung und Überbrückung der schwierigen Einkommens- und Erlössituation auf den landwirtschaftlichen Betrieben tun. Das forderte DBV-Präsident Joachim Rukwied am Dienstag auf dem Kreisbauerntag im bayerischen Rosenheim.

Nach Rukwieds Vorstellung soll ein zweites, wirksameres Programm zur Überwindung von Liquiditätsengpässen der Erzeuger aufgelegt werden. Am bisherigen Liquiditätshilfeprogramm der Bundesregierung, das mittlerweile abgeschlossen ist, kritisiert der DBV, dass die Zuschüsse zu den Liquiditätsdarlehen, die Erzeuger beim Bund beantragen können, auf 10.000 € begrenzt sind. „Das ist aus unserer Sicht ein zu bescheidener Betrag“, sagte ein DBV-Sprecher zu agrarzeitung.de.

Praxisfremde Bedingungen

Außerdem seien die Bedingungen, die Erzeuger erfüllen mussten, um die Zuschüsse zu beantragen, „praxisfremd“, kritisiert Rukwied. So mussten die Landwirte einen Rückgang des durchschnittlichen Erzeugerpreises um 19 Prozent 2015 gegenüber bestimmten Zeiträumen in der Vergangenheit nachweisen. Die Schweineerzeuger konnten diese Bedingungen laut DBV zum großen Teil nicht erfüllen. Deshalb seien nur wenige der Tierhalter trotz wirtschaftlicher Nöte in den Genuss der Hilfen gekommen. „Sollte es ein zweites Liquiditätshilfeprogramm geben, hoffen wir, dass der Bund in diesen Punkten bessere Bedingungen schafft, so der DBV-Sprecher.

Kurzfristige Hilfe könne in der aktuellen Situation außerdem mit einer deutlichen Erhöhung des steuerlichen Freibetrags für Landwirte ermöglicht werden, so der DBV weiter. Auch erneuerte Rukwied die Forderung nach einer Risikoausgleichsrücklage, um die Liquidität der Betriebe in Jahren mit Verlusten zu verbessern. Der Vorteil einer solchen Rücklage besteht laut DBV darin, dass Erzeuger in guten Jahren Beträge aus ihren Erlösen zur Seite legen können, die nicht zur Bemessung der Einkommenssteuervorauszahlung angerechnet werden. Denn hohe Vorauszahlungen verschärften die Liquiditätsprobleme zusätzlich, bemängelt der DBV. (pio)
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