„Die kritische Situation am Milchmarkt können wir nicht mit den Instrumenten der Vergangenheit lösen“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) auf der 67. Tarmstedter Ausstellung im Landkreis Rotenburg in Niedersachsen. Der Preisverfall bei der Milch resultiere aus dem politischen Konflikt zwischen Russland und der EU. Er fordert deshalb die Europäische Union auf, die Rekordzahlungen von 900 Mio. € aus der Superabgabe für eine europäische Exportoffensive von Milchprodukten zu verwenden. Staatliche Eingriffe in die Produktionsentscheidungen der Milcherzeuger erteilte Rukwied eine Absage.

Zudem sollen in seinen Augen auch die Molkereien, Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften die Vermarktung intensivieren.

Grüne: Verwendung der Superabgabe als Exportanschub ist ein Irrweg

„Die Verwendung der Superabgaben in Höhe von 900 Mio. € für eine europäische Exportoffensive“ sei ein Irrweg und schlussendlich eine staatliche Hilfe, kritisierte Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Rukwieds Forderung. Der DBV-Präsident müsse sich entscheiden: „Man kann nicht ständig den Markt hochhalten und wenn es nicht klappt, nach Hilfen schreien.“ Von einer Exportoffensive hält der Abgeordnete wenig. Man müsse „die Milchproduktion in Deutschland auf ein vernünftiges Maß zurückfahren und sich auf den europäischen Markt konzentrieren.“

Derzeit liegt der Milchauszahlungspreis bei unter 30 Cent/kg. Für die Betriebe wird es zunehmend schwerer, kostendeckend zu arbeiten. (az)
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