Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht sich gegen die indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) aus, die in die EU-Richtlinien zur Förderung von Energien aus erneuerbaren Quellen fließen sollen. Die Einführung von iLUC-Faktoren führte zu einer zusätzlichen „kalkulatorischen“ CO2-Belastung. Denn der heimische Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in der EU würde dadurch mit zusätzlichen Treibhausgasemissionen aus der Regenwaldrodung in Übersee belastet. Außerdem seien die Faktoren wissenschaftlich umstritten und nicht für eine gesetzliche Regelung geeignet.

Bauernpräsident Joachim Rukwied wandte sich mit diesem Anliegen in einem Brief an die Bundesminister Sigmar Gabriel (SPD), Barbara Hendricks (SPD) und Christian Schmidt (CSU) und EU-Parlamentarier. In den zur Zeit stattfindenden Trilog-Verhandlungen zwischen Europarat, Europaparlament und EU-Kommission setze Rukwied darauf, dass sich die Mitgliedstaaten durchsetzen, die iLUC-Faktoren zu streichen und den Anteil von Biokraftstoffen der ersten Generation auf mindestens 7 Prozent festzulegen.

Im Rahmen der Trilogverhandlungen von Rat, EU-Parlament und Kommission zur Förderung erneuerbarer Quellen soll über deren Einführung entschieden werden. Die Abgeordneten machen die Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich. Deshalb sollten konventionelle Biokraftstoffe, die auf Basis von Agrarrohstoffen wie Getreide, Raps oder Palmöl erzeugt werden, nicht mehr lange gefördert werden. Eine Mehrheit stimmte im EP-Umweltausschuss bereits dafür, dass iLUC-Faktoren ab 2020 in die Klimabilanz der Biotreibstoffe miteinbezogen werden sollen. (has)
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