Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert das Vorhaben des Europäischen Patentamtes (EPA), ein Patent auf  Lachse zu genehmigen. Ein Antragssteller aus Australien beabsichtigt die Fütterung von Lachsen mit bestimmten Pflanzen, das Haltungsverfahren, die Lachse selbst und das von ihnen produzierte Fischöl patentieren lassen. Das Futter soll die Konzentration von Omega-3-Fettsäuren in den Produkten steigern. Der DBV bezeichnete das Patent in einer Pressemitteilung als „irrwitzig“. Der DBV verfolge mit großer  Sorge die zunehmenden Versuche, biologische Materialien und Verfahren der Urproduktion patentieren zu lassen, heißt es in der Mitteilung weiter. 

Der Verband reichte eine Stellungnahme beim Europäischen Patentamt ein, die das Patent (EP 1965658) stark kritisiert. Eine bestimmte Fütterung sei keine Erfindung, außerdem verstoße der Antrag gegen Artikel 53 des Europäischen Patentübereinkommens. Dieser untersagt Patente auf Tierrassen aus konventioneller Züchtung. Das EPA hat diese Richtlinie aber schon diverse Male unterwandert und neben Labortieren auch schon konventionell gezüchtete Nutztiere patentiert, zum Beispiel Schweine, Kühe und Austern.

Kritik am geplanten Lachs-Patent gab es auch aus dem Hessischen Umweltministerium. Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser forderte die Bundesregierung zum Handeln auf und kritisierte: „Tiere sind keine menschliche Erfindung! Patentierungen machen Sinn im Zusammenhang mit neuen, technischen Leistungen oder Verfahren – dies sind weder Pflanzen noch Tiere!““. In Deutschland sind Patente auf Pflanzen und Tiere seit 2013 verboten. (lm)
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