Greening

DBV und FNSEA verstärken Protest

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der französische Bauernverband (FNSEA) wenden sich weiter mit Nachdruck gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission, die Vorgaben für den Anbau von Eiweißpflanzen im Greening zu verschärfen. DBV-Präsident Joachim Rukwied und FNSEA-Präsidentin Christiane Lambert forderten in einem gemeinsamen Schreiben an alle deutschen und französischen Abgeordneten im Europaparlament eine Ablehnung der delegierten Verordnung im Plenum. Die Abstimmung darüber soll nächste Woche in Straßburg erfolgen.

„Angesichts der folgenschweren Auswirkungen auf die Produktion und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft sowie dem Bemühen der Verringerung der Abhängigkeit von Importen an Eiweißpflanzen aus Drittländern bitten wir um eine Zurückweisung der delegierten Verordnung durch das Parlament“, so Lambert und Rukwied. Sie weisen darauf hin, dass in der EU der Anbau von Körnerleguminosen einschließlich Soja mit rund 3,3 Mio. ha im Jahr 2016 gegenüber den Jahren vor dem Greening um 75 Prozent gewachsen sei. Durch das Plus von 1,4 Mio. ha habe sich der Importbedarf an Eiweißfuttermitteln wie Soja aus Drittländern in entsprechendem Umfang verringert.

Rückschlag für GVO-freie Einweißpflanzen

Der Anbau von regionalen und gentechnikfreien Eiweißpflanzen wie Körnerleguminosen, Ackerbohnen und Erbsen würde durch das vorgeschlagene pauschale Verbot des erforderlichen Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln einen schweren Rückschlag erleiden, geben DBV und FNSEA zu bedenken. Die Unterstützung dieses Kommissionsvorschlags würde die erzielten Erfolge bei der notwendigen Ausweitung des Eiweißpflanzenanbaus in der EU erheblich gefährden. Allein die deutschen und französischen Landwirte hätten 2016 im Rahmen des Greening auf rund 642.000 ha einschließlich Soja fast doppelt so viel Körnerleguminosen wie in den vorhergehenden Jahren angebaut. (mrs)
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