Gentechnik

DRV gegen Branchenverpflichtung

"Der Grundsatz der Wahlfreiheit muss sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite gelten", so DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers in seiner Stellungnahme. Diese umfasse auch das Recht der landwirtschaftlichen Erzeuger auf freie Wahl der Produktionsmittel.

Freiwillige Initiativen zur Verwendung "gentechnikfreier" Futtermittel würden dagegen unterstützt, so die Position des DRV.  Voraussetzung dafür seien praktikable Lösungen, die im geltenden Rechtsrahmen umsetzbar seien. Derzeit würden nach Aussage von Ehlers bestehende Kennzeichnungsvorschriften, besonders aber die kontinuierliche Zunahme des weltweiten Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen, eine vollständig gentechnikfreie Fütterung der verschiedenen Tierarten behindern. Bei Ernte, Transport, Lagerung und Verarbeitung könnten Produktströme nicht zu 100 Prozent getrennt werden. Verschleppungen kleinster Mengen gentechnisch veränderter Rohstoffe seien daher unvermeidbar.

Futtermittelhersteller und Landwirte müssen und wollen zuverlässige, ehrliche und korrekte Angaben über den Gentechnik-Status der Futtermittel erhalten und weitergeben. Jedoch werde es trotz strenger Verträge aufgrund der zunehmenden Verschleppung immer schwieriger, absolut gentechnik-freie Waren zu importieren.  Der DRV habe das Bundesagrarministerium (BMEL) daher Anfang September 2014 erneut gebeten, eine rechtsverbindliche Klärung offener Rechtsfragen zu Kennzeichnung und Haftung zu bewirken. (jst) 
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