Glyphosat

Dachverbände fordern Wissenschaft statt Politik

Nach der gestrigen Vertagung der Abstimmung durch die EU-Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF-Ausschuss) zeigten sich die beiden Dachverbände enttäuscht. Bei einer Probeabstimmung über eine fünfjährige Verlängerung der Zulassung war keine qualifizierte Mehrheit zustande gekommen.

Wirkstoff dürfe nicht zum Spielball werden

Copa und Cogeca verwiesen nun erneut auf die Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), nach denen Glyphosat als unbedenklich gilt. Zudem sei der Pflanzenschutzmittelwirkstoff das weltweit am häufigste verwendete Herbizid. Der Wirkstoff dürfe nicht zum Spielball politischer Uneinigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten werden.

„Ohne eine Zulassungsverlängerung sind sowohl unsere Versorgung mit erschwinglichen Lebensmitteln als auch der Erhalt der Landwirtschaft gefährdet“, so Pekka Pesonen, Generalsekretär von Copa/Cogeca. Er unterstrich, dass das Herbizid essentiell sei zur Ernährung einer wachsenden Bevölkerung. Auch für den Erhalt der Landwirtschaft und fruchtbarer Böden sei Glyphosat von grundlegender Bedeutung, da es die Notwendigkeit der Bodenbearbeitung erheblich reduziere, was die Bodenerosion vermindere und organisches Material im Boden halte. Abschließend bekräftigte er auch die Forderung seiner Mitgliedsverbände, den Wirkstoff für die maximal möglichen 15 Jahre zuzulassen. Es bestehe kein Grund, den Wirkstoff nicht wieder für den vollen Zeitraum zuzulassen, so Personen.

Einigen Kritikern von Glyphosat unter den EU-Mitgliedstaaten sind jedoch die fünf Jahre noch zu lang. Auch die Befürworter des ursprünglichen Vorschlags über eine erneute Zulassung für zehn Jahre meldeten Bedenken an, zumal eine solch kurze Zeit für die Wiederzulassung rechtstechnische Schwierigkeiten mit sich bringt. Die EU-Kommission will nun bald eine neue Sitzung des PAFF-Ausschuss einberufen. (mrs)
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