Konjunkturbarometer

Dämpfer für Stimmung bei Landwirten

Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat sich im September gegenüber dem Juni dieses Jahres wieder deutlich verschlechtert. Nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometer Agrar vom Deutschen Bauernverband (DBV) haben sich besonders die Zukunftserwartungen verschlechtert. Dagegen wird die aktuelle wirtschaftliche Lage ähnlich beurteilt wie in der vorangegangenen Erhebung im Juni. Auch ist die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte weiter angestiegen. Das Niveau der Jahre vor der Preiskrise 2015/16 wird allerdings nicht erreicht, so der DBV.

Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometers Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus Juni 2017 von 31,4 auf 26,6 Punkte und damit in etwa auf den Stand von März (25,8 Punkte) gefallen. Grund dafür sind vor allem deutlich verschlechterte Zukunftserwartungen, und zwar in allen Betriebsformen. Der aktuelle Indexwert bleibt damit deutlich hinter den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014 zurück. In der Spitze wurden seinerzeit 37,2 Punkte erreicht. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

Investitionsbereitschaft nimmt zu

32 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es entsprechend nur 21 Prozent. Das für die kommenden sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt bei 5,2 Mrd. €. Das sind 2,4 Mrd. € mehr als ein Jahr zuvor. Das relativ hohe Investitionsniveau in den Jahren 2013 und 2014 mit einem geplanten Investitionsvolumen von entsprechend gut 6 Mrd. € wird damit aber nicht erreicht. Die wieder anziehende Investitionstätigkeit der deutschen Landwirtschaft hat aus Sicht des DBV auch eine wichtige positive Wirkung für die Wirtschaftskraft ländlicher Räume.

Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 5,2 Mrd. € entfallen auf den Ställe und Stalltechnik 3,1 Mrd. € (gegenüber Vorjahr plus 2,0 Mrd. €). Mit 0,9 Mrd. € fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich ebenfalls höher aus. Investitionsvorhaben in erneuerbare Energien bleiben mit 1,0 Mrd. € im Jahresvergleich unverändert. Deutlich zugenommen haben Investitionen in Landkauf und private Wohngebäude.

Hohe Preise für Düngemittel belasten

Die Agrarpreisentwicklung ist der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den Betrieben. Insbesondere niedrigere Erzeugerpreise für Schweine sowie höhere Betriebsmittelpreise für Düngemittel und Energie wirken sich aktuell negativ auf die Stimmungslage aus. Die Ernte bleibt hinter den Erwartungen von Juni zurück. Ein besonders belastender Einfluss geht nahezu unverändert von den Pachtpreisen aus. Die nationale und die EU-Agrarpolitik werden im Jahresvergleich allerdings wieder deutlich positiver beurteilt.

Zur aktuellen Runde im September 2017 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. (Sz)
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