EU-Agrarrat

Dänen wollen Fleisch horten


„Wenn wir jetzt einlagern, haben wir im 2. Halbjahr noch größere Probleme", betone EU-Agrarkommissar Phil Hogan im Agrarrat in Brüssel. Die Kommission wisse, dass Dänemark wegen der aktuell niedrigen Schweinefleischpreise besonders in der Klemme stecke. Wer dort investiert habe, dem falle es schwer, seine Kredite zurückzuzahlen, sorgte sich Hogan. Die Kommission werde deshalb die Lage genau beobachten und gegebenenfalls Vorschläge zur Hilfe jenseits der PLH machen.

Der dänische Landwirtschaftsminister Dan Jorgensen sieht dagegen gerade die Beihilfen zur privaten Einlagerung von Schweinefleisch als Mittel der Wahl an, mit dem die Überschüsse aus dem Markt genommen werden könnten. Dänemark wurde im EU-Agrarrat von Frankreich, Tschechien, Belgien, Finnland und Irland unterstützt. Das Vereinigte Königreich, Deutschland und Schweden sprachen sich in der Debatte gegen die PLH aus.

Alleingänge heruntergespielt

Der Schweinemarkt steht unter Druck, seitdem Russland im Vorjahr mit einem Importverbot für EU-Schweinefleischerzeugnisse auf Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Europa reagiert hatte. Die EU-Mitgliedstaaten wollen möglichst gemeinsam handeln, um wieder Speck, Fette und Schlachtnebenprodukte auf den russischen Markt zu bekommen.

Alleingänge einiger Staaten in den Verhandlungen mit Russland wurden auf dem EU-Agrarrat heruntergespielt. Einige EU-Mitgliedstaaten wie etwa Frankreich warten auf die Anerkennung ihrer Exportbetriebe durch die russische Veterinärbehörde. Die EU-Kommission geht davon aus, dass mehr als zwei Drittel der Schweinefleischlieferungen an Russland dieses Jahr in Asien abgesetzt werden können. (Mö)  
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