Krebsforschungsagentur

Daten zu Glyphosat liegen vor

Das Glyphosat-Molekül steht unter scharfer Beobachtung.
-- , Foto: Wikipedia
Das Glyphosat-Molekül steht unter scharfer Beobachtung.

Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat heute ihre Monografie zu Glyphosat veröffentlicht. Sie will damit die wissenschaftlichen Belege liefern, warum sie den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ einstuft. Seit die IARC im März in einer Kurzfassung über die geplante Höherstufung berichtet hat, wird die Monografie sehnlichst erwartet, weil sich Glyphosat zurzeit in der EU im Prozess der Wiederzulassung befindet.

Die IARC gibt heute bekannt, dass sie nach „systematischer Überprüfung und Bewertung der wissenschaftlichen Belege“ Glyphosat in die Gruppe 2A einstuft. Diese Klassifizierung sei das Ergebnis einer einjährigen Evaluierung von führenden unabhängigen Experten, die, so die IARC, „keinen Interessenkonflikten" unterlegen hätten.

Die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat, in der sich die Pflanzenschutzunternehmen zusammengeschlossen haben, die Mittel mit dem Wirkstoff vertreiben, sieht in der heutigen Veröffentlichung wenig praktische Relevanz. „Wir gehen davon aus, dass die Zulassungsbehörden, die in aller Welt übereinstimmend der IARC-Einschätzung widersprechen, die Ergebnisse sorgfältig prüfen werden“, kommentiert Ursula Lüttmer-Ouazane, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft. 

Sie erinnert daran, dass auch die IARC auf den Unterschied zwischen Gefahr und Risiko hinweist. Krebsgefahren würden selbst dann ermittelt, wenn bei der aktuellen Exposition die Risiken sehr gering seien. Dies sei aber nicht leicht zu vermitteln. „Ohne die Zusammenhänge zu kennen, klingt für den Verbraucher ‚wahrscheinlich krebserregend‘ fraglos beängstigend“, so Lüttmer-Ouazane. In der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat hätte man sich gewünscht, dass die IARC das von Anfang an klarer kommuniziert hätte. „Stattdessen hat sie das Feld bestimmten Interessengruppen überlassen, die verantwortungslos mit falschen Begriffen wie ‚Warnung der WHO‘ oder ‚neue Risikobewertung‘ operiert haben. Weder das eine noch das andere trifft zu“, unterstreicht Lüttmer-Ouazane. (db)
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