Eine Hummel auf einer Distelblüte.
-- , Fotos: Peter Freitag/pixelio.de
Eine Hummel auf einer Distelblüte.

Diese müssten „dringend“ geschlossen werden, so DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Er kritisiert damit Äußerungen der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, nach denen Autofahrer früher mehr Insekten auf der Windschutzscheibe gefunden hätten. Solche Aussagen würden der Tragweite des Problems „nicht im Ansatz“ gerecht, erklärte Krüsken und verwies auf die Feststellung des Insektenforschers Dr. Martin Sorg vom Krefelder Entomologischen Verein, der zuvor gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die Diskussion um das Insektensterben in einer „Wolke der Unwissenheit“ verortet hatte.

Insekten auf der Windschutzscheibe
Das Bundesumweltministerium hatte Ende vergangener Woche in verschiedenen Medien vor einem drastischen Rückgang vieler Insektenarten gewarnt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, dass wer heute mit dem Auto übers Land fahre, kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe finde. Die Hauptursache für das Verschwinden der Insekten sehe sie in der Intensivierung der Landwirtschaft.
Krüsken zufolge bestätigen die Forscher, dass es keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Es fehlten flächendeckende Bestandszahlen, systematische Forschungsreihen und Langzeit-Monitorings. Es bestehe dringender Bedarf für verlässliche Daten, um die Debatte auf eine seriöse Grundlage stellen zu können.

Weniger Bürokratie für mehr Blühstreifen

Der DBV-Generalsekretär verwies zudem auf die bürokratischen Hindernisse, die es den Landwirten erschwerten, die Verhältnisse für Insekten beispielsweise durch Blühstreifen zu verbessern. Auch gegen den Flächenverbrauch werde seiner Meinung nach weiterhin zu wenig unternommen. Der Lebensraum von Insekten und anderen Tieren gehe überall dort verloren, wo Felder, Wiesen, Weiden und Wälder unter Asphalt und Beton verschwinden würden. Derzeit sind das laut DBV immer noch 66 ha täglich. 

Glyphosat in blütenfreier Zeit

Die Bundesregierung hatte auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass insbesondere Wildbienen mit fast 41 Prozent überdurchschnittlich viele in ihrem Bestand gefährdete Arten aufweist. Gleichzeitig heißt es in dem Papier, dass verlässliche Zahlen methodisch bedingt schwer zu ermitteln seien. Die Bestände unterlägen mitunter starken Schwankungen. Auch wenn Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel das Nahrungsangebot für Bestäuber in den Kulturpflanzenbeständen reduzierten, könne von einer geringen Relevanz durch direkte Effekte für Bestäuber-Insekten bzw. Wildbienen ausgegangen werden, heißt es weiter. Denn zu den üblichen Anwendungszeitpunkten seien kaum blühende Unkräuter auf Ackerflächen vorhanden. (mrs/kbo)


-- , Foto: Screenshot Bundesamt für Naturschutz (BfN)
stats