Bund deutscher Milchviehhalter

Dauerdemo vor Schmidts Büro


Vor dem Wahlkreisbüro von Landwirtschaftsminister Schmidt demonstriert der BdM noch bis zum 30. Mai.
-- , Foto: privat
Vor dem Wahlkreisbüro von Landwirtschaftsminister Schmidt demonstriert der BdM noch bis zum 30. Mai.

Ein Wohnwagen, eine lebensgroße schwarz-rot-goldene Kunststoffkuh und eine Fahne des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) bilden die Kulisse für eine Protestaktion der Milcherzeuger von dem Wahlkreisbüro des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) in Neustadt/Aisch. Gestern hatten sich Milchbauern aus Schleswig-Holstein auf den Weg in die mittelfränkische Kreisstadt gemacht. Heute harren bayerische Landwirte vor dem Büro des CDU-Politikers aus.

Kuh Lissy demonstriert auf Stroh

Zur Auftaktveranstaltung am Mittwoch zählte der BdM rund 350 Milchviehhalter, die ihrem Unmut über die aktuellen Milchpreise und die ihrer Meinung nach fehlende Unterstützung der Politik Luft machten. Inzwischen ist die Schar der Demonstranten auf ein knappes Dutzend gesunken. Bis zum 30. Mai wollen Mitglieder des BDM in wechselnden Besetzungen vor dem Wahlkreisbüro durchhalten und so auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen. Einzige Dauerdemonstrantin ist Kuh Lissy, die in einem kleinen Gehege auf Stroh gebettet liegt und die Szenerie beobachtet. Das Tier aus einem Stall in der Nähe, wird von den Demonstranten gefüttert und gemolken.

Besuch von SPD und Grünen

Heute gehört Manfred Gilch zu den Aktivisten, die nach Neustadt gekommen sind. Gemeinsam mit sieben Milcherzeugern aus dem Landkreis Roth will der Mittelfranke gegen das „skandalöse Verhalten“ von Landwirtschaftsminister Schmidt demonstrieren. Gilch freut sich über die positive Resonanz auf die Aktion. Der Agrarpolitische Sprecher der Bayerischen SPD, Horst Arnold, und die Vorsitzende der Bayerischen Grünen, Sigi Hagl, seien heute nach Neustadt gekommen, um sich zu informieren.

Schmidt soll Milchmenge reduzieren

In den Reihen des BDM ist der Unmut über Schmidt groß. Noch immer warte der Landwirtschaftsminister auf eine Branchenlösung zur Reduzierung der Milchmenge, die der BDM für wenig realistisch hält. Schmidt müsse wirkungsvolle Schritte gegen die Übermengen im Markt unternehmen, fordern die Milchviehhalter. (SB)
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