Gebietsfremde Arten

Dem Ochsenfrosch Paroli bieten


Der Ochsenfrosch gehört in Deutschland zu den invasiven Arten.
-- , Foto: Hubert Laufer
Der Ochsenfrosch gehört in Deutschland zu den invasiven Arten.

Erstmals informiert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) umfassend darüber, wie verhindert werden kann, dass sich gebietsfremden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland weiter ausbreiten. Betrachtet werden im zweibändigen „Management-Handbuch zum Umgang mit gebietsfremden Arten in Deutschland" 168 Arten, die als invasiv oder potenziell invasiv eingestuft sind.

Auch wenn viele gebietsfremde Arten in Deutschland unproblematisch sind und keine Schäden verursachen, gibt es Arten wie die Gelbe Scheinkalla, eine Blütenpflanze, die entlang von kleinen Bachläufen durch dichten Wuchs alle angestammten Arten verdrängt. „Aktionismus ist aber in jedem Fall fehl am Platz", sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. „Denn unkoordinierte Maßnahmen können die Ausbreitung gebietsfremder Arten sogar noch fördern. Wir brauchen deshalb differenzierte und artspezifische Handlungskonzepte." In jedem Fall, so die BfN-Präsidentin, „ist Vorsorge statt aufwändiger und teurer Nachsorge der Leitsatz im Naturschutz". Es gelte darum zunächst einmal, den Transport invasiver Arten zu kontrollieren und eine Freisetzung zu verhindern.

Gefährdung für Ökosysteme
Insgesamt 3000 gebietsfremde Arten kommen mittlerweile wildlebend in Deutschland vor. 808 gebietsfremde Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gelten als etabliert. Wenn sie heimische Arten, Biotope oder Ökosysteme gefährden, werden sie als invasiv klassifiziert. Beispiele für invasive Arten sind unter anderem die Goldrute, der Riesen-Bärenklau, der Amerikanische Ochsenfrosch, die Amurgrundel oder auch der Bisam.
Mit dem Management-Handbuch liegt jetzt zum ersten Mal eine Sammlung artbezogener Maßnahmen für alle bisher durch das BfN als problematisch klassifizierten Arten vor. Das Handbuch liefert außerdem fachlich geprüfte und naturschutzfachlich bewertete Empfehlungen für den Umgang mit diesen Arten. Berücksichtigt werden invasive und potenziell invasive Arten, die in Deutschland lokal oder großflächig verbreitet sind, aber auch Arten, die hier noch nicht angekommen sind wie das Nordamerikanische Grauhörnchen, das sich in England und Italien zunehmend ausbreitet und einen Pockenvirus überträgt, der beim Europäischen Eichhörnchen eine tödliche Krankheit auslöst.

Das "Management-Handbuch zu gebietsfremden Arten in Deutschland" ist in der Schriftenreihe "Naturschutz und Biologische Vielfalt" als Band 141 erschienen und kann über den BfN-Schriftenvertrieb oder den Buchhandel bezogen werden. (SB)
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