Mecklenburg-Vorpommern

„Der Wolf gehört nichts ins Jagdrecht“


In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit 2006 Wölfe, zur Zeit leben dort zwei rudel und bis zu zwei territoriale Einzelwölfe. Nachdem sich die beiden Wolfsrudel vermehrt hatten, forderte die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Beate Schlupp, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen. Man solle Bestandsobergrenzen festlegen, sie sorge sich um die Weidehaltung.

„Vorschläge sind Augenwischerei“

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) widersprach Schlupp. Man solle die richtigen Fakten in der Diskussion anbringen. „Der Wolf ist eine international streng geschützte Art. Das heißt, nur auf internationaler Ebene kann sich der rechtliche Schutzstatus auch ändern. Daran würde auch eine Bestandsobergrenze nichts ändern. Solche Vorschläge sind nur Augenwischerei“, sagte Backhaus. Den Jägern bringe die Aufnahme ins Jagdrecht nichts außer zusätzlicher Arbeit. Das Tier müsste aufgrund des Schutzstatus ganzjährig geschont werden.

Wer den Wolf ohne Genehmigung bejagt oder tötet, verstößt gegen internationales, europäisches, Bundes- und Landesrecht. „Bei einem sogenannten Problemwolf würde schon heute das Sicherheits- und Ordnungsgesetz greifen", sagte Backhaus. "Zum Glück war dies bei uns noch nie der Fall. Der Wolf lebt generell in dünn besiedelten Gebieten und kommt oft auf ehemaligen Truppenübungsplätzen vor, also in Gegenden, in denen niemand lebt“.

„Ich möchte auch klarstellen: Entgegen der Äußerungen von Frau Schlupp haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bis heute keinen einzigen bestätigten Fall, dass ein Rind oder ein Pferd durch einen Wolf angegriffen oder gar getötet wurde“, sagte der Agrarminister.

Seit dem Jahr 2000 treten dauerhafte wildlebende Wölfe in Deutschland durch natürliche Zuwanderung wieder auf. Gegenwärtig leben in Deutschland in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mindestens 30 Wolfsrudel, 4 Wolfspaare und 5 territoriale Einzelwölfe. (az)
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