Milchkrise

Details zum Hilfspaket stehen fest

Die Kommission und die 28 Mitgliedsstaaten formulierten drei Verordnungen, die Details zur Umsetzung des Hilfspakets enthalten. Die Texte werden in den kommenden Wochen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht, teilte die Kommission mit. Zum Paket gehören Anreize in Höhe von 150 Mio. €, um die Milcherzeugung zu verringern. Darüber hinaus gibt es Anpassungsbeihilfen über 350 Mio. €, die von den Mitgliedstaaten verteilt werden und mit nationalen Mitteln aufgestockt werden können. Die öffentliche Intervention sowie die Beihilferegelungen für die private Lagerhaltung von Magermilchpulver werden über September hinaus bis Ende Februar 2017 verlängert.

Hogan lobt europäische Antwort auf Milchkrise

„Ich bin besonders froh über die Anreize zur Verringerung der Milchproduktion, da sie eine echte europäische Antwort auf die Probleme auf dem EU-Markt darstellen“, erklärte EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Er sei überzeugt davon, dass sie dazu beitragen wird, die Marktlage zu verbessern und sich in steigenden Preisen für die europäischen Milchproduzenten widerspiegeln wird.
Die 150 Mio. €, die als Anreize zur Verringerung der Milchproduktion dienen sollen, sind ein neues Instrument, um auf die derzeitige Marktlage zu reagieren. Die Diskussionen mit den Vertretern der EU-Staaten seit Juli drehten sich deshalb auch primär um deren Umsetzung und die Festlegung der konkreten technischen Details. Jeder Milchbauer in der EU kann prinzipiell entscheiden, daran teilzunehmen. Teilnehmende Landwirte müssen innerhalb einer bestimmten Frist nachweisen, dass sie ihre Milchproduktion – zunächst zwischen Oktober und Dezember – reduziert haben, um finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Deutschland erhält 58 Mio. €

Von den 350 Mio. € EU-Mitteln, die in eine an Bedingungen geknüpfte Anpassungsbeihilfe fließen, geht ein Anteil von 58 Mio. € an Deutschland. Jedes EU-Land kann entscheiden, die Mittel um maximal die gleiche Höhe aufzustocken. Die Länder können flexibel entscheiden, nach welchen Kriterien sie das Geld an ihre Landwirte verteilen wollen. Dazu gehören zum Beispiel die Unterstützung für kleine Betriebe, Kooperationsprojekte und weitere Maßnahmen zur Förderung einer Produktionsverringerung. Auch andere Tierhaltungssektoren können einbezogen werden. (SB)
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