Sternfahrt

Deutsch-Französische Solidarität


Deutsche und französische Milchbauern demonstrieren heute gemeinsam gegen den Preisverfall bei Milch. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/die Grünen im Bundestag, nennt konkrete Vorschläge, um die Milchkrise in der EU zu mindern.

Milchviehbetriebe, die ihre Produktion um 5 bis 20 Prozent drosseln, müssen für einen befristeten Zeitraum mit Bonuszahlungen entschädigt werden. Da sie aus Sicht von Ostendorff und dem Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) damit den Markt entlasten würden, müssten sie mit Mitteln aus der Superabgabe 2014 entschädigt werden. Hier stünden 700 bis 900 Mio. € zur Verfügung. Mit dieser kurzfristigen Entlastung würde sich die Milchmenge um bis zu 4,5 Mio. t in Deutschland reduzieren, woraus höhere Milchpreise resultieren. 

Sobald sich die Marktlage stabilisiert hat und sich die Erzeugerpreise erholt haben, können die Bonuszahlungen wieder eingestellt werden. Die Bonus-Zahlungen sollten auf die EU-Mitgliedstaaten beschränkt werden, in denen die gesamtstaatliche Quote überschritten worden ist, um zu vermeiden, dass die Reduzierung vor allem in solchen Mitgliedstaaten vollzogen würde, die bereits unter einem strukturellen Verlust an Milcherzeugung und damit verbundener Wertschöpfung leiden. Auf EU-Ebene könnte eine schnelle Umsetzung erfolgen, da es sich laut Ostendorff um massive Marktstörungen handle.

Am kommenden Dienstag endet die Sternfahrt der Milcherzeuger in München. Hier kündigt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) als Organisator ein Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) an. Als Parteichef der CSU solle Horst Seehofer seinen Parteikollegen und Bundesagrarminister Christian Schmidt in die Pflicht nehmen, endlich im Sinne der Milchviehhalter aktiv zu werden, kündigt der BDM an. (da)
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