Rapsöl-Zertifikat

Deutsche ringen um Anerkennung

Raps-Lobby verlangt Änderungen
-- , Foto: Heinz Tomforde / pixelio.de
Raps-Lobby verlangt Änderungen

Deutsche Verarbeiter können derzeit kein DE-zertifiziertes Rapsöl ins europäische Ausland liefern. Die EU-Kommission akzeptiert nur das EU-Zertifizierungssystem, welches Rapsöl das nach dem DE-System zertifiziert ist, nicht anerkennt.

Der Absatz von Rapsöl ist damit auf den nationalen Markt beschränkt. Für Bernd Kleeschulte, Vorsitzender des Ölsaatenausschusses im Bundesverband der agrarwerblichen Wirtschaft (BVA), ist es „ein Versagen der deutschen Politik, das das deutsche Nachhaltigkeitssystem, einst Pionier der Umsetzung der Erneuerbaren Energien RL nicht dem EU-Standard genügt. Vielmehr sollten die Massenbilanzen beider Systeme wechselseitig gelten."

Eine Ausnahmeregelung sei weder für Bestandsraps 2012 noch für die neue Ernte 2013 in Sicht, erklärte Kleeschulte gegenüber agrarzeitung.de. Er rät Erfassern und Verarbeitern von Raps, sich zügig für das EU-System zertifizieren zu lassen.

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) fordert hingegen von der EU-Kommission eine Übergangsregelung für die Ernte 2012.

Wilhelm F. Thywissen, Präsident des deutschen Ölmühlenverbandes Ovid, fordert die Politiker in Brüssel auf, Positionen zu überdenken, bevor es für die gesamte deutsche Biodieselbranche zu spät sei: „Ausgerechnet unsere eigenen Politiker fallen uns in den Rücken. Statt die europäische Rapsölproduktion zu fördern, bewirken sie mit ungeschickten Verordnungen und konzeptionellen Fehlern, dass Raps gegenüber Palmöl chancenlos ist“, klagt Thywissen. (da)
stats