Milchquote

Deutschland Spitzenreiter bei Überlieferung


Im letzten Milchquotenjahr 2014/15, das am 31. März endete, haben in der EU zwölf Mitgliedsländer ihre Anlieferungsquoten überschritten. Die gesamte Überlieferung beläuft sich voraussichtlich auf 2,94 Mio. t, woraus eine Zusatzabgabe von 818 Mio. € resultiert. Dies teilte heute die EU-Kommission unter Berufung auf jüngste Meldungen der EU-Staaten mit, berichtet das AIZ Wien.

Die deutschen Milchbauern zahlen mit mit 309 Mio. € mehr als ein Drittel der Abgabe. Es zeige sich nun, dass mit dem jüngst beschlossenen Hilfspaket in Höhe von 500 Mio. € andere Politikfelder des europäischen Haushalts nicht belastet werden, kommentierte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Udo Folgart die Zahlen. „Dieses Geld stammt von unseren Milchbauern und deckt die entstandenen Einkommensausfälle nach dem Erlass des russischen Importembargos nur in geringem Umfang ab“, erklärte Folgart in einer Mitteilung des DBV. Bei anderen den EU-Ländern mit Überlieferung handelt es sich um Belgien, Dänemark, Estland, Irland, Österreich, Spanien, Italien, Zypern, Luxemburg, die Niederlanden und Polen. Die stärksten Überschreitungen wurden in Deutschland (1,11 Mio. t), Polen (580.000 t) und in den Niederlanden (486.000 t) gemeldet.

16 Länder unterlieferten ihre Quote

Die gesamte Anlieferungsquote der EU-Staaten belief sich im Quotenjahr 2014/15 auf rund 151,1 Mio. t. In Summe wurden von den Milchbauern der Mitgliedsländer knapp 148 Mio. t Rohmilch an die Molkereien und Käsereien geliefert (inklusive der Fettkorrektur). Das waren um 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr, aber dennoch um 2,1 Prozent weniger, als es der Gesamtquote entsprach. Den zwölf überliefernden Ländern standen nämlich 16 Staaten gegenüber, die ihre Milchkontingente nicht ausnützten, der Großteil von ihnen unterschritt die Quote sogar um mehr als 10 Prozent.

Superabgabe fließt nach Brüssel

Den Mitgliedsländern standen 2014/15 neben den Anlieferungsquoten auch noch Kontingente für die Direktvermarktung (in Summe 3,56 Mio. t) zur Verfügung. Diese Quoten wurden nur in zwei Staaten (Niederlande 1.990 t und Belgien 529 t) überschritten, daraus resultiert eine zusätzliche Abgabe von rund 700.000 Euro. Die von den Mitgliedsländern erhobene Zusatzabgabe wird nach Brüssel überwiesen und fließt in den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL). Das EU-Quotensystem wurde zum 1. April 2015 abgeschafft, die Abgabe wurde also ein letztes Mal berechnet. (SB)
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