Deutschland wurde im Agrarministerrat unter anderem von Finnland, Polen und Litauen unterstützt. In der Krisenreserve befinden sich rund 450 Mio. €. Wird sie genutzt, werden die Direktzahlungen von allen Landwirten um rund 1,3 Prozent gekürzt. Weil alle Landwirte die Hilfen für einzelne Sektoren bezahlen müssen, wollte bisher kaum ein EU-Mitgliedstaat die Krisenreserve anrühren. Sollte sich unter den EU-Mitgliedstaaten eine Mehrheit für die Krisenreserve aussprechen, sei er gerne bereit, diese auszuzahlen, betonte EU-Agrarkommissar Phil Hogan nach der Debatte im Rat.

Neben der Krisenreserve gebe es keine anderen Möglichkeiten, an zusätzliche Gelder aus dem EU-Agrarhaushalt heranzukommen, stellte Hogan klar. Er könne von seinen Kommissionskollegen unmöglich neues Geld aus dem EU-Haushalt fordern, solange das alte noch nicht ausgeben sei. Von den 420 Mio. € aus dem Paket vom September des Vorjahres wurden schließlich 195 Mio. € noch gar nicht verbraucht, beklagte sich der Kommissar.

Eine Entscheidung ist am Dienstag in Brüssel nicht getroffen worden. Im Agrarrat im Juni stehen Hilfen für die Landwirte und deren Finanzierung erneut auf der Tagesordnung. (Mö)
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