Kalkulation

Deutschlands Ausfälle im Mittelfeld

Agrarexporte nach Russland
 
Insge-
samt
unter Embargo
Polen1314905
Norwegen934889
Niederlande1591655
USA1353605
Spanien960574
Ukraine1487508
Deutschland1541493
Dänemark702399
Frankreich1274292
Italien1188241
Angaben in Mio. €, vergangene 12 Monate, Quelle: Agra Europe London
Geht es nach den gesamten Agrarexporten nach Russland, scheint Deutschland mit jährlich gut 1,5 Mrd. € unter den EU-Ländern besonders stark betroffen. Das Bild ändert sich jedoch, wenn nur die Agrarprodukte betrachtet werden, für die Russland ein Exportverbot ausgesprochen hat. Dann rutscht Polen mit Abstand an erste Stelle unter den EU-Ländern, dicht gefolgt vom Nicht-EU-Land Norwegen, das heftig vom Verbot der Fischlieferungen getroffen ist (siehe Tabelle).

Deutschland auf Platz 7

Die Zahlen von Agra Europe London zeigen, dass Deutschland in dem Ranking aller für Russland  bedeutenden Lieferländer auf Platz 7 rangiert, was die Produkte unter Embargo betrifft. Nach den jüngst verfügbaren internationalen Exportdaten für zwölf Monate wäre ein jährliches deutsches Ausfuhrvolumen von 493 Mio. € vom Verbot betroffen.

Aktuelle 12-Monatsdaten

Die aktuell genannten Zahlen für die Agrarexporte weichen zurzeit voneinander ab. Grund sind unterschiedliche Betrachtungszeiträume. Deutschland hat nach offiziellen Zahlen im Kalenderjahr 2013 Agrarexporte im Wert von rund 1,6 Mrd. € nach Russland exportiert. In den ersten Monaten 2014 sind die Lieferungen jedoch deutlich geschrumpft. Wenn jetzt neuere Zahlen verwendet werden, die erste Daten vom Jahresbeginn 2014 berücksichtigen, sinken die Exporte entsprechend Richtung 1,5 oder sogar 1,4 Mrd. €.

Unterschiedliche Anteile am Gesamtexport

Eine weitere gewichtige Rolle für die Beurteilung der Auswirkungen des Exportverbots spielt der Umfang am gesamten Agrarexport des jeweiligen Landes. An den deutschen Agrarexporten hatte Russland 2013 einen Anteil von 2,5 Prozent. Für die gesamte EU waren es aber mit 10 Prozent wesentlich mehr. Die USA dagegen liefern lediglich 1 Prozent ihrer gesamten Agrarexporte nach Russland. (db)
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