Heute startet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit einer Staffelfahrt durch Deutschland. Die Initiative will auf die katastrophale Situation der Milchviehhalter aufmerksam machen. Unter anderem werden die Verluste aufgezeigt, die durch die angebliche „Untätigkeit bzw. Verweigerungshaltung von Agrarminister Christian Schmidt (CSU)“ entstehen, heißt es beim BDM.


Der Protestzug der Milcherzeuger macht sich heute auf den Weg nach München. Die Tour dauert neun Tage.
-- , Foto: BDM
Der Protestzug der Milcherzeuger macht sich heute auf den Weg nach München. Die Tour dauert neun Tage.
Auch gibt es Motivwagen mit der Kuh Faironica und Plakate, die die Politiker Schmidt und Merkel zum Handeln aufrufen. In 4 Routen machen sich feste Schleppergespanne auf den Weg nach München. Milchviehhalter aus der Region können sie mit ihren Traktoren auf der Wegstrecke begleiten. Entlang der Routen sind weitere Aktionen geplant. Die Staffelfahrt endet am 1. September in München mit einer Kundgebung auf dem Odeonsplatz. Denn die Initiative sieht insbesondere die CSU in der Pflicht, den Politikern in Berlin Dampf unter dem Hintern zu machen, heißt es.


Bei Deutschlands größtem Milchverarbeiter, dem Deutschen Milchkontor (DMK) im niedersächsischen Zeven, sieht man derzeit wenig Chancen, dass der Milchpreis kurzfristig nach oben geht. Die Durststrecke werde mindestens noch bis Anfang nächsten Jahres andauern, sagte DMK-Sprecher Hermann Cordes gegenüber Lebensmittel Zeitung-Net.



Derweil hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen Lösungsvorschlag parat. Sie will unter den Milchbauern eine wachsende Bereitschaft erkennen, das Milchangebot aktiv zu drosseln. „Wir erzeugen mehr Milch, als zu vertretbaren Preisen nachgefragt wird. Dieses Überangebot macht uns kaputt“, erklärt der stellvertretende AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann. Die AbL fordert, aus den Superabgaben einen Bonus auszuschreiben für Milchviehbetriebe, die ihre Milcherzeugung kurzfristig und befristet um einige Prozent reduzieren. Auch sie wendet sich an den Landwirtschaftsminister und fordert Schmidt auf, diesen Vorschlag beim anstehenden Sonderministerrat am 7. September in Brüssel einzubringen. (kbo)
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