Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Digitalverband Bitkom sehen Aufholbedarf bei der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum. Mit der fortschreitenden Digitalisierung aller Wirtschafts- und Lebensbereiche steigen die Anforderungen an die Netze von Tag zu Tag. Deswegen müssten Lücken beim Breitbandausbau im ländlichen Raum schnellstmöglich geschlossen werden. „Moderne Landwirtschaft ist nur möglich, wenn digitale Technologien besser genutzt werden können. Dazu braucht es zukunftsfähige Infrastruktur auch im ländlichen Raum“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, Dr. Bernhard Rohleder am Freitag in Berlin. Die digitale Transformation in der Landwirtschaft eröffne ungeahnte Möglichkeiten für noch mehr Ressourcenschutz und Tierwohl.

Digitale Landwirtschaft
Schon heute nutzt mehr als jeder Zweite in der Agrarbranche (53 Prozent) digitale Lösungen. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Bitkom unterstützt vom DBV unter 521 Landwirten und Lohnunternehmern. Mit einer digitalen tierindividuellen Fütterung versorgt heute zum Beispiel schon jeder zweite Landwirt (51 Prozent) seine Tiere. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Tierhalter setzt außerdem auf die Robotertechnik, mit der zum Beispiel der Stall gesäubert oder das Melken tiergerechter durchgeführt werden kann. (az)
„Die Branche wird die Digitalisierung nutzen, um auch im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Dazu muss der Breitbandausbau zügig und flächendeckend erfolgen. Ohne das geht es nicht“, ergänzte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Bernhard Krüsken.

Von Melkrobotern in der Milchviehhaltung bis hin zur Präzisionslandwirtschaft auf den Äckern befänden sich Landwirte mitten in einer rasanten digitalen technologischen Entwicklung in Richtung Landwirtschaft 4.0. „Um das vielfältige Potenzial nutzen zu können, ist die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene gefordert, Unterstützung zu leisten und die Rahmenbedingungen richtig zu setzen“, sagte Krüsken. „Wir fordern ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Ländern zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Fläche.“  „Um flächendeckend schnelle Internetverbindungen im ländlichen Raum sicherzustellen, ist daher auch die öffentliche Hand gefragt“, ergänzte Rohleder. (az)
stats