In dieser Woche war Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, zu Gast im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag. Thema war die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (LEH).

Rund 85 Prozent des LEH werden von nur vier großen Marktteilnehmern beherrscht. Neben Edeka und Rewe sind dies Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, erklärte Mundt anhand der Sektoruntersuchung, die das Kartellamt kürzlich veröffentlich hatte.

Diese biete eine gute Grundlage zur Kontrolle der Fusionen und der Einkaufsmacht des LEH, erklärte Franz-Josef Holzenkamp, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Agrar der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Er will sich dafür einsetzen, die Erzeuger vor der Marktmacht der großen Handelskonzerne zu schützen und den mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Auch die Agrarsprecherin der SPD, Elvira Drobinski-Weiß, kritisierte die negativen Auswirkungen für die gesamte Lebensmittelkette durch die Marktmacht des LEH. Immer wieder werde von unfairen Handelspraktiken berichtet.

Doch führe die Abhängigkeit der Zulieferer dazu, dass über unfaire Lieferbedingungen nicht offen gesprochen werden kann. Deshalb setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion dafür ein, dass eine Ombudsstelle eingerichtet wird, bei der solche Vorfälle anonym gemeldet werden können, kündigte die Agrarsprecherin an. (da)
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