Pflanzenzucht

Disput um Nachbaugebühren

Auf rund 11 Mio. € jährlich beziffert der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) den wirtschaftlichen Schaden durch nicht gezahlte Nachbaugebühren für  Saatgut. „Dies mag für viele als relativ geringe Summer und vernachlässigbare Größe  erscheinen", sagte BDP-Präsidentin Stephanie Franck auf der Jahresmitgliederversammlung des  Verbands in Joachimsthal am Mittwoch. Doch verteilt auf die etwa 40 in Deutschland ansässigen Pflanzenzuchtunternehmen bedeute dies für jedes  Mindereinnahmen von durchschnittlich 250.000 €. Dies entspreche etwa den Ausgaben für Projekte einer neuen Sorte, so Franck. Vor diesem Hintergrund stellen entgangene Nachbaugebühren für die überwiegend mittelständischen Unternehmen somit einen erheblich größeren Schaden dar als nur der Verlust der Einnahmen, betonte sie. Als eine Ursache für die mangelnde Durchsetzbarkeit der Nachbaugebühren nannte Franck fehlende rechtliche Regelungen.  

In der anschließenden Diskussion mit Vertretern verschiedener im Bundestag vertretener Parteien wurde deutlich, dass von Seiten des Gesetzgebers keine gesetzlichen Anpassungen zu erwarten seien.  Die zugegeben existierenden  Grauzonen in der Gesetzgebung könnten durch ergänzende gesetzliche Schritte nicht aufgehoben werden, so die einstimmige Meinung der Politik. Bei Vertretern der Unternehmen stieß dies auf  Unverständnis. Sie beklagten  in einer lebhaften Diskussion eine mangelnde Verantwortung und forderten ein stärkeres Engagement für die Interessen der Pflanzenzüchter. (jst)
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