Welthandelsorganisation

Doha Runde auf der Kippe

Mit einem ungewöhnlich offenen Hilferuf wendet sich das WTO-Sekretariat in Genf an die Öffentlichkeit. Die WTO-Mitgliedstaaten könnten sich nicht darauf verständigen, wie es nach der Bali-Ministerkonferenz im Dezember 2013 weitergehen soll, informiert die WTO.
 
Die damals beschlossenen Handelserleichterungen für die Verzollung von Waren könnten nicht in Kraft treten. Grund dafür ist ein Streit um die subventionierte Einlagerung von Nahrungsmitteln. Hintergrund ist der Widerstand von Indien gegen die Beschlüsse von Bali. Indien wurde eine vierjährige Übergangsfrist für die subventionierte Lagerhaltung von Nahrungsmitteln zugesagt. Da reicht Indien jetzt nicht mehr, obwohl es im Dezember in Bali noch zugestimmt hatte. Indien möchte stattdessen bis zum Jahresende über eine dauerhafte Lösung für die Lagersubventionen verhandeln. Die anderen WTO-Mitgliedstaaten sehen im Widerstand von Indien einen Bruch der Beschlüsse von Bali. Das Vertrauen in die WTO-Verhandlungen steht für sie auf dem Spiel. Für die kommenden Monate sind zwar weitere Sitzungen anberaumt. Aber über das weitere Vorgehen herrscht große Ratlosigkeit in Genf. (Mö)
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