Die Novelle enthält einige Verschärfungen für die Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln in Deutschland, die Agra Europe Berlin zusammengestellt hat. Sie berühren vor allem Sperrfristen, Güllelagerstätten, die Berechnung der Stickstoffobergrenze und die Ausbringung auf gefrorenem Boden. Einige Vorschriften betreffen auch Phosphat.

Auf Ackerland soll die Stickstoffdüngung künftig in der Zeit von 1. Oktober bis 31. Januar generell verboten sein. Bislang beginnt die Frist am 1. November.

Ausschließlich Kulturen mit Stickstoffbedarf dürfen direkt nach Ernte bis zum 1. Oktober gedüngt werden. Andernfalls soll die Sperrfrist bereits ab Ernte der Hauptfrucht gelten.

Für Grünland sowie Flächen mit mehrjährigem Feldfutterbau sollen Stickstoffdünger in der Zeit vom 1. November bis 31. Januar gänzlich tabu sein. Bislang beginnt die Frist am 15. November. Erstmals soll auch für Festmist eine Sperrfrist eingeführt werden, und zwar vom 1. Dezember bis zum 31. Januar.

Güllelagerstätten sollen wie bisher ein Fassungsvermögen von mindestens sechs Monaten aufweisen müssen. Neun Monate sind ab 2020 für Betriebe vorgesehen, die mehr als drei Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar halten. Für Festmist oder feste Gärrückstände schreibt der Ministeriumsentwurf ab 2018 eine Lagermöglichkeit für vier Monate vor.

Beibehalten werden soll die Obergrenze von 170 kg/ha und Jahr an Gesamtstickstoff aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln. Allerdings sollen nunmehr auch Gärrückstände und sämtliche organischen Düngemittel einbezogen werden.

Der zulässige Stickstoffüberschuss soll im Schnitt der letzten drei Düngejahre zunächst bei 60 kg/ha und Jahr bleiben. Ab 2020 soll dieser Wert jedoch auf 50 kg herabgesetzt werden. Auf Flächen mit hohen Phosphatwerten soll in Zukunft kein Phosphatüberschuss mehr zulässig sein.

Schließlich sollen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel auf gefrorenen Böden nur aufgebracht werden dürfen, wenn der Boden durch Auftauen aufnahmefähig, ein Abschwemmen ausgeschlossen ist und andernfalls die Gefahr einer Bodenverdichtung durch Befahren bestehen würde.   (az)
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