Verluste exakt dokumentieren
Durch die Neufassung der Düngeverordnung quasi in letzer Minute wird klargestellt, dass zur Anrechnung der Stickstoffgehalte bei
der Ermittlung der Düngungshöhe nur der
Abzug von Stall- und Lagerungsverlusten, nicht aber der Abzug von Ausbringungsverlusten zulässig ist. Ausbringungsverluste sind bereits bei den Mindestwerten für die Ausnutzung
des Stickstoffs nach Anlage 3 berücksichtigt, da diese auf einem Vergleich von
Stickstoff-Ausbringungsmengen durch Wirtschaftsdünger mit Mineraldünger-Einsatzmengen beruhen, die den gleichen Ertrag ermöglichen. Die Ausbringverluste in Bezug auf Wirtschaftsdünger finden nur
Berücksichtigung bei der Berechnung der Nährstoffvergleiche, nicht aber bei der Ermittlung der Höhe der Stickstoffdüngung. Damit konnten sich die Länder durchsetzen. Denn mit der bisher im Entwurf der DüV vorgesehenen Regelung würde sich die anzurechnende Stickstoff-Ausnutzung aus Wirtschaftsdüngern gegenüber der Regelung nach der zurzeit gültigen DüV von 2007 verringern. Damit würden höhere Wirtschaftsdüngergaben und damit höhere Viehdichten je Flächeneinheit ermöglicht werden, was den Zielsetzungen einer besseren Nährstoffausnutzung aus Wirtschaftsdüngern widersprechen würde. (da)
Mit dem heuten Beschluss zur Düngeverordnung geht ein sechs Jahre langes Gerangel um die Düngepraxis zu Ende. Seit Jahren bereiten Berater Landwirte auf die neuen Regeln vor - und die sind nicht ohne. Verlängerte Sperrfristen, emissionsarme Ausbringungstechniken, schlagbezogene Bilanzen und Länderermächtigungen für besonders mit Nährstoffen belasteten Gebieten sind nur einige Neuheiten. Landwirten fürchten auch um ihren Qualitätsweizen, wenn sie nicht mehr so viel Stickstoff wie bisher ausbringen dürfen. Tierhalter bekommen es schon 2018 mit der Stoffstrombilanz zu tun, die alle Zu- und Abfuhren von Nährstoffen auf dem Hof summiert.

Warten auf Reaktion der EU

Diese Stoffstrombilanz will das Bundesagrarministerium (BMEL) bis zum Sommer auf den Weg bringen. Die nun erzielte Einigung zur Düngeverordnung ist auch vor dem Hintergrund des gegen Deutschland laufenden Vertragsverletzungsverfahrens wegen unzureichender Umsetzung der EG-Nitratrichtlinie von großer Bedeutung. Nun muss sich zeigen, ob die EU-Kommission die Regeln für ausreichend hält, um die hohe Nitratbelastung von Gewässern in Deutschland zu reduzieren. 

Leckageerkennung für Güllelager

Mit der heutigen Düngeverordnung verabschiedet der Bundesrat auch die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Sie beruht auf den Vorschlägen der Länder Bayern und Rheinland-Pfalz und gilt für Anlagen zur Lagerung von Jauche, Gülle und Sickersäften (JGS-Anlagen). Neuanlagen müssen künftig mit einer Leckageerkennung ausgestattet sein. Darüber hinaus stimmt der  Bundesrat über die Novelle zum Bundesnaturschutzgesetz und zum Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung ab. (da)
stats