Dünge-VO
44 Seiten lang ist die nach vielen Jahren Streit und Arbeit Ende März vom Bundesrat beschlossenen Novelle der Düngeverordnung nun offiziell am 1. Juni im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Düngeverordnung präzisiert die Anforderungen an die gute fachliche Praxis der Düngung und regelt, wie mit der Düngung verbundene Risiken - beispielsweise Nährstoffverluste - zu verringern sind. Danach ist der Stickstoffdüngebedarf der Kulturpflanzen für Ackerland und Grünland als standortbezogene Obergrenze vor der Aufbringung zu ermitteln. Die Düngebedarfsermittlung muss so erfolgen, dass ein Gleichgewicht zwischen dem voraussichtlichen Nährstoffbedarf und der Nährstoffversorgung gewährleistet ist. Dazu müssen Landwirte bei den Stickstoffbedarfswerten die Stickstoffmengen, die im Boden verfügbar sind, die Stickstoffmengen, die während des Pflanzenwachstums zusätzlich pflanzenverfügbar werden und die Nachlieferung von Stickstoff aus der Anwendung von Düngemitteln im Vorjahr und aus Vor- und Zwischenfrüchten berücksichtigen.

Auch die Sperrfristen für die Ausbringung von Stickstoffdüngern und Wirtschaftsdüngern ändern sich, sowie die Lagerzeiten für Gülle und Gärreste. Vorausgegangen ist eine Änderung des Düngegesetzes. Dieses wird durch die Düngeverordnung umgesetzt. Im Düngegesetz wird auch eine Stoffstrombilanz gefordert, die noch bis zum Sommer vom Bundeslandwirtschaftsministerium auf den Weg gebracht werden soll. Mit der neuen Düngeverordnung möchte die Bundesregierung bei der EU-Kommission ein Zeichen setzen, dass es Deutschland mit der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie und der Reduzierung der Nitratüberschüssen in Gewässern ernst ist. Die EU-Kommission hat beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen Deutschland, wegen Nichteinhaltung der EU-Nitratrichtlinie eingereicht. (da)
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