Niedersachsen

Düngung wird schärfer überwacht

60 Mio. t Wirtschaftsdünger fallen jedes Jahr in Niedersachsen an.
-- , Foto: Landvolk
60 Mio. t Wirtschaftsdünger fallen jedes Jahr in Niedersachsen an.
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium weitet die düngerechtliche Überwachung erheblich aus. Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen richtet dazu ab Januar 2017 eine neue eigenständige Düngebehörde unter Aufsicht des Ministeriums ein. Das Land stellt hierfür im Haushaltsjahr 2017 zusätzliche Mittel in Höhe von 2,34 Mio. € zur Verfügung, teilt das Landwirtschaftsministerium mit.

Große Mengen an Wirtschaftsdünger
Laut Nährstoffbericht 2015 sind in Niedersachsen in einem Jahr rund 60 Mio. t Wirtschaftsdünger angefallen, also Gülle, Festmist und Gärreste aus Biogasanlagen. Zusätzlich wurden von den Landwirten bis zu 300.000 t Stickstoff aus Mineraldünger ausgebracht. Daraus ergebe sich ein jährlicher Stickstoffüberschuss von rund 81.000 t pro Jahr oder 30 kg/ha. Bei rund der  Hälfte der Grundwassermessstellen in Niedersachsen liegen die Nitratgehalte über dem Grenzwert von 50 mg/l.
Für die Kontrollen im Rahmen des geltenden Düngerechts und im Hinblick auf das geplante betriebliche Düngekataster werden in einer ersten Ausbaustufe 16 neue Stellen eingerichtet. Hierbei werde auch die im neuen Landwirtschaftskammergesetz geforderte strikte Trennung der Bereiche Kontrolle einerseits sowie Beratung und Dienstleistung andererseits umgesetzt, so das Ministerium .

„Niedersachsen geht jetzt voran und baut erstmalig die Kontrollen massiv aus“, sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne). Das Land müsse der komplexen und unübersichtlichen Nährstoffströme Herr werden und Verstöße konsequent ahnden. Hier gebe es jahrzehntelange Versäumnisse, so Meyer. Der Minister kündigte an, künftig nicht nur mehr, sondern vor allem auch risikoorientierter zu kontrollieren.

Mit der Leitung der neuen Düngebehörde wurde Franz Jansen-Minßen, bisheriger Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Landnutzung und Ländliche Entwicklung, beauftragt. „Die Anforderungen an die landwirtschaftlichen Betriebe werden immer komplexer; die Einrichtung der Düngebehörde gehört zu unserer umfassenden Strategie, mit der wir weiterhin erfolgreiche Arbeit für die Betriebe leisten werden“, sagte LWK-Direktor Hans-Joachim Harms. Die Kammer werde auch die Beratung intensivieren, um auf eine ressourcenschützende Verwertung von Wirtschaftsdüngern und die Schließung von Nährstoffkreisläufen hinzuwirken, versicherte Harms. (SB)




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