Bis zum Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen angewachsen sein. Das Wachstum vollzieht sich vor allem in Entwicklungsländern. Alleine in Afrika werde mit 3,6 Milliarden Menschen gerechnet. Um diese Menschen zu ernähren, müsste die Nahrungsmittelproduktion um 60 Prozent steigen.

Experten bezweifeln, ob das gelingt. Die Preise für Grundnahrungsmittel werden sich verdoppeln wurde auf einer UN-Konferenz in Dublin prognostiziert. "Uns steht ein ungewisses und gefährliches Zeitalter bevor." So zitiert die britische Zeitung "The Observer" Ertharin Cousin, die Chefin des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen.

Bei einer UN-Konferenz in Bonn zu den Folgen von Bodenversiegelung mahnte Finnlands frühere Präsidentin Tarja Halonen: "Den Boden, den wir brauchen, um Nahrung zu produzieren, wird weniger und weniger.“ In Deutschland würden täglich rund 70 Hektar Böden bebaut. Allein in Europa wird jährlich eine Fläche so groß wie Berlin versiegelt.

José Graziano da Silva, aber sieht auch Chancen für die Zukunft. In einem Interview erklärte der Chef der Uno-Welternährungsorganisation (FAO) kürzlich: "Mit den heute genutzten Technologien ließen sich rund zehn Milliarden Menschen ernähren."

Allerdings würden manche Möglichkeiten, wie etwa besseres Saatgut nicht voll ausgeschöpft. Und: "Es gibt eine gewaltige Verschwendung. Ein Drittel der Erzeugnisse geht verloren oder wird weggeworfen. Das sind 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Jahr", so da Silva. Der Welt bleibe nicht mehr viel Zeit. WFP-Chefin Ertharin Cousin drängt: "Wir müssen rasch handeln, um die Ärmsten der Welt zu schützen. (hed)
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