Untersuchung

E10 forciert selten Hunger


Selbst wenn durch Biokraftstoffe die Weltagrarkurse steigen sollten, bedeutet dies nicht, dass Nahrungsmittel auf den lokalen Märkten in Entwicklungsländern ebenfalls teurer werden, heißt es in der Studie, die Prof. Michael Schmitz von der Uni Gießen am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Nur 18 Prozent des Weltmarktgeschehens würden auf die Binnenmärkte von armen Ländern übertragen.

Die Preise dort bildeten sich durch staatliche Eingriffe in die Märkte, hohe Transportkosten, schlechte Infrastruktur und mangelnde Marktanbindung, stellte der Agrarökonom heraus. Folglich seien Biokraftstoffe nicht ursächlich dafür, dass weltweit Menschen hungern.

Schmitz erläuterte, die Gründe für Hunger seien korrupte Regierungen, Armut, mangelnde Investitionen in die Landwirtschaft, Wetterextreme, Kriege und Bürgerkriege. Diese Faktoren seien schwer änderbar. Auf eine Mehrnachfrage nach Agrargütern auf Grund der Biokraftstofferzeugung könnten sich die Marktteilnehmer dagegen mittel- und langfristig einstellen, indem sie ihre Produktion ausweiten.

Finanziert hatten die Arbeit die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) und der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), beide Berlin. (Sz)
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