Glyphosat

EP für begrenzte Zulassung


Glyphosat ist heiß umstritten, wie dieses Plakat in einem Biosupermarkt zeigt.
-- , Foto: da
Glyphosat ist heiß umstritten, wie dieses Plakat in einem Biosupermarkt zeigt.

Im Europaparlament stimmten 374 Abgeordnete für die Erklärung zu Glyphosat, 225 dagegen und 102 enthielten sich der Stimme. Der Umweltausschuss des EP hatte sich vor kurzem für ein sofortiges Verbot ausgesprochen. Im Plenum konnten dagegen die Christdemokraten ihren Änderungsantrag durchsetzen, nach dem die Wiederzulassung auf sieben statt auf 15 Jahre beschränkt werden soll.

In diesen Jahren gelte es, nach Alternativen für Glyphosat zu forschen. Sollten sich neue Erkenntnisse über mögliche Krebsrisiken ergeben, könnte der Wirkstoff ohnehin jederzeit die Zulassung verlieren, argumentieren die Christdemokraten.

Grüne für mechanische Unkrautbekämpfung

Peter Liese, Umweltpolitischer Sprecher der Christdemokraten, warnt davor, dass Glyphosat nach einem Verbot durch gefährlichere Pflanzenschutzmittel ersetzt werden könnte. Er forderte, zunächst nach Alternativen zu forschen, damit die Landwirtschaft nicht zu sehr belastet werde.

Martin Häusling von den Grünen schlägt eine mechanische Unkrautbekämpfung an Stelle von Glyphosat vor. Nach seiner Meinung ist es falsch, Krebsrisiken einzugehen, nur um dem Landwirt Kosten von etwa 100 €/ha bei der Unkrautbekämpfung zu ersparen.

Die Erklärung des EP ist nicht bindend. Die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat treffen die EU-Mitgliedstaaten.

Sinnvoller Kompromiss versus Unverantwortliche Entscheidung

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bezeichnete das Votum der Europaparlamentarier am Mittwoch als einen "sinnvollen Kompromiss". Die Umweltorganisation Greenpeace dagegen kritisiert das Votum scharf: „Das sind schlechte Nachrichten für Umwelt und Verbraucher: Obwohl die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend einstuft, soll das Totalherbizid ohne wirksame Einschränkungen zugelassen bleiben", so Greenpeace. Glyphosat stelle ein unkalkulierbares Risiko da. "Die europäische Landwirtschaftspolitik muss Verbraucher und Umwelt schützen, nicht die kurzfristigen Interessen der Agrarindustrie", unterstreicht die Organisation.

Für "unverantwortlich" hält der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel die Entscheidung des Europaparlaments zur begrenzten Verlängerung der Zulassung von Glyphosat und bezieht sich auf den Verdacht der internationalen Krebsagentur der Weltgesundheitsagentur, dass Glyphosat möglicherweise krebserregend sei. (Mö)
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