Lebensmittelhandel

EP wehrt sich gegen unfaire Handelspraktiken

Der Lebensmittelhandel verlange Listungsgebühren von seinen Lieferanten, beklagen die Mitglieder des EP-Agrarausschusses in einer Stellungnahme. Zudem würden die mächtigen Supermarktketten Verträge rückwirkend abändern, verspätet zahlen  oder Abschläge bei Zahlungsrückständen durchsetzen. Landwirte könnten sich gegen unfaire Handelspraktiken wegen ihrer schwachen Stellung innerhalb der Lebensmittelkette kaum wehren. Um ihre Position zu verbessern, verlangt der EP-Agrarausschuss die Möglichkeit anonymer Beschwerden. Zudem sollte eine Schiedsgerichtsstelle eingerichtet werden. Schiedsrichter sollten in Konflikten zwischen Landwirten und Lebensmittelhandel vermitteln und auch über Sanktionsmöglichkeiten verfügen, um ihre Urteile durchsetzen zu können. Freiwillige Initiativen zur Verbesserung der Kooperation innerhalb der Lebensmittelkette reichten nicht, betonte EP-Berichterstatterin Mairead Mcguinness. Die irische Abgeordnete von den europäischen Christdemokraten fordert deshalb einen Gesetzesvorschlag von der EU-Kommission zur Eindämmung von unfairen Handelspraktiken. Ihre Stellungnahme fand im EP-Agrarausschuss große Unterstützung. Allerdings bleibt fraglich, ob auch das Plenum des EP der Kritik am Lebensmittelhandel in dem Maße folgen wird. (Mö)
stats