Risikoabsicherungen

EU-Agrarminister treten auf der Stelle

Intensiv debattierten die Minister beim Informellen EU-Agrarrat in Tallin über den bestehenden Krisenfond der GAP. Die EU-Ratspräsidentschaft hatte vorgeschlagen, den bisher 440 Mio. € umfassenden Topf aufzustocken, um zukünftig besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Dazu sollten die Direktzahlungen um jährlich 2 Prozent gekürzt werden und der Fonds über die Jahre aufgespart werden, um in Notzeiten handlungsfähig zu werden. Die Idee wurde von einer Mehrheit in EU-Agrarrat zurückgewiesen. Man könne nicht Landwirte in die eine Tasche greifen und in die andere Tasche das Geld wieder zurückzahlen, warf EU-Agrarkommissar Phil Hogan ein.

Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt kann sich zwar einen Ausbau der Krisenreserve vorstellen, diese müsste dann aber nicht von den Landwirten sondern aus dem EU-Agrarhaushalt finanziert werden. Lediglich Spanien, Griechenland und Polen sprachen sich für eine Akkumulation der Krisenreserve aus, um mehr Geld in die Kasse zu bekommen. Die Minister verständigten sich in Tallin darauf, dass bestehende Programme in der 2. Säule der GAP zur Absicherung von Risiken in der nächsten Reform ausgebaut werden sollten. (Mö)  
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