Seitdem Russland seine Grenzen für viele Nahrungsmittel aus der EU geschlossen hat, hat die russische Lebensmittelaufsicht Rosselkhoznadzor eine Reihe von Verstößen und Schmuggelversuchen festgestellt. Darauf werden EU-Vertreter offenbar immer wieder hingewiesen, wenn sie anfragen, unter welchen Bedingungen pflanzliche Produkte geliefert werden könnten. Russische Experten haben auf Einladung bereits mehrere Länder besucht, um die Lieferung von europäischen Pflanzkartoffeln vorzubereiten.

Zuletzt war der Agrarexperte der Europäischen Vertretung in Moskau, Tadas Briedis, daran erinnert worden, dass die russische Aufsichtsbehörde immer wieder verbotene Substanzen in Pflanzen aus der EU gefunden hat. Briedis hatte um Antworten auf Anfragen der DG Sanco gebeten und ist vertröstet worden. Zur Internationalen Grünen Woche sei ein Treffen zwischen Vertretern der russischen und der europäischen Verbraucherschutzbehörde anberaumt.

Zur Vorbereitung von Pflanzkartoffellieferungen aus der EU nach Russland waren Experten Ende November bereits in Finnland, Deutschland und den Niederlanden unterwegs und haben Proben für ihre Laboruntersuchungen mitgenommen. Frankreich hat über Pflanzkartoffelexporte im Rahmen einer bilateralen Arbeitsgruppe verhandelt, die bereits seit 1992 die Handelskontakte zwischen den beiden Ländern pflegt. (brs)
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