Finanzieller Ausgleich

EU-Kommission kalkuliert Ausfälle

EU-Erzeuger von Pfirsichen und Nektarinen können in wenigen Tagen mit Unterstützung aus Brüssel rechnen. Ciolos sprach am Dienstag von Sofortmaßnahmen zur Reduzierung des Angebots und der Förderung der Nachfrage. Dazu zählen Marktrücknahmen einerseits und die kostenlose Verteilung andererseits, um die Märkte zu entlasten. Zur Begründung nannte der EU-Agrarkommissar, dass die Erzeuger ohnehin durch ungünstige Witterungsbedingungen getroffen worden seien und sich jetzt noch zusätzlicher Druck aus dem russischen Importverbot ergebe. "Ich beabsichtige, sofort zu handeln", versprach Ciolos. Das gelte auch für andere Märkte, wenn dort durch den Wegfall der Exporte nach Russland Unterstützung notwendig werden sollte.

Der französische Agrarminister Stéphane Le Foll konkretisierte am Dienstag in einer Pressemitteilung, dass Erzeugerorganisationen kostenlos Pfirsiche und Nektarinen verteilen dürfen. Die Grenze für solche Aktionen ist auf 10 Prozent der vermarkteten Erzeugung angehoben - statt sonst 5 Prozent. Ausnahmsweise dürfen auch unabhängigen Produzenten, also Obstbauern, die nicht in Erzeugerorganisationen zusammen geschlossen sind, von dieser Maßnahme Gebrauch machen.

Der polnische Agrarminister Marek Sawicki, der sich am Dienstag in Brüssel mit Ciolos getroffen hat, berichtete ergänzend, dass die drei Generaldirektionen Landwirtschaft, Handel und Haushalt zurzeit die Folgen des russischen Exportembargos berechneten. Erst wenn diese Kalkulationen abgeschlossen seien, könnten Ausgleichszahlungen aus Brüsseler Mitteln diskutiert werden. Solche Entscheidungen stünden frühestens Mitte September an, teilte Sawicki den polnischen Landwirten mit. Kurzfristigere Hilfsmaßnahmen seien nur bei verderblichen Produkten zu erwarten. Dazu könnte auch Gemüse aus Polen zählen. (db)
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