Endokrine Disruptoren

EU-Kommission lässt sich Zeit

Nach dem Fahrplan der EU-Kommission soll es im Laufe des kommenden Jahres zunächst um eine Folgeabschätzung gehen. Erst 2017 will die EU-Kommission im Durchführungsrecht klären, welche Pflanzenschutzmittel betroffen sind. Schweden und das Europaparlament dauert das zu lang. Sie klagen vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Kommission. Jetzt fand in Luxemburg die Verhandlung dazu statt. Das Urteil des EuGH wird in etwa einem halben Jahr erwartet. Nach der EU-Biozidverordnung hätte die EU-Kommission schon Ende 2013 klären müssen, welche Stoffe gefährlich für das Hormonsystem sind. Die EU-Kommission will sich von der Klage nicht unter Druck setzten lassen und stattdessen sorgfältig prüfen, wie sie sich im umstrittenen Feld zwischen Wirtschaftsinteressen und Umweltbedenken positioniert. Die EU-Kommission hat bisher vier verschiedene Definitionen für endokrine Disruptoren ausgearbeitet. Sie sind unterschiedlich streng. Rund 100 Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel sind betroffen. (Mö)
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