Den EU-Agrarrat nutzen die Minister, um ihrer Positionen zur zukünftigen Absatzförderung zu äußern. Ohne dass die Präsidentschaft es vorgesehen hatte, kam es zu zahlreichen Wortmeldungen. Die Kommission möchte die Programme zur Absatzförderung zukünftig allein entwickeln und auch finanzielle Beteiligungen der EU-Mitgliedstaaten ausschließen. Dies stößt vielen EU-Mitgliedstaaten auf.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos begründete seinen Vorschlag mit der Vereinfachung der Verfahren. Viele Unternehmen seinen von der Bürokratie abgeschreckt, führte der Kommissar aus. Deshalb sollen sie zukünftig nur noch einen Ansprechpartner haben. Die EU-Mitgliedstaaten sollten dagegen zusammen mit der EU-Kommission Jahrespläne entwickeln, in denen vorrangige Produkte und Absatzgebiete für die Förderung festgelegt werden.

Dänemark und Deutschland sprachen sich dafür aus, die Maßnahmen noch stärker auf den Absatz in Drittländern zu konzentrieren. Portugal betonte dagegen die Möglichkeit, auch Verbraucher auf dem EU-Binnenmarkt über die Qualität von Nahrungsmitteln und die Bedeutung von Qualitätssiegeln zu informieren. Die Kommission sieht 25 Prozent der Mittel für den EU-Binnenmarkt und 75 Prozent für Drittlandswerbung vor.

Deutschland, Dänemark und Finnland forderten, neben Produkten mit geschützten geografischen Herkunftsbezeichnungen auch ausreichend andere Erzeugnisse zu fördern. Ciolos wies auf die Einbeziehung von Marken in Zukunft hin. Allerdings dürften die einzelnen Marken bei öffentlich finanzierten Programmen nicht im Vordergrund stehen. Im 2. Halbjahr 2014 will die Kommission die Verhandlungen über die Absatzförderung abschließen. (Mö)       
stats