Die EU-Kommission fürchtet, dass durch die starke Konzentration im Einzelhandel die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt und die Versorgungskette für Lebensmittel nicht mehr ausgewogen ist.

„Wir brauchen ein ausgewogenes und faires Verhältnis zwischen kleinen und mittleren Lebensmittellieferanten sowie Einzelhändlern auf der einen Seite und großen, multinationalen Erzeugern und Supermärkten auf der anderen Seite“, sagte Michel Barnier, der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissar.

Die EU-Kommission sieht allerdings keine Regulierungsmaßnahmen auf EU-Ebene vor, sondern fordert die Mitgliedstaaten auf, unter Berücksichtigung ihrer nationalen Gegebenheiten angemessene Vorkehrungen gegen unlautere Praktiken zu treffen.

In Deutschland hat das Bundeskartellamt bereits den Wettbewerb des Lebensmitteleinzelhandels auf dem Tisch. Anfang Juli entschied das Amt, dass die von der Hamburger Edeka-Zentrale im Zuge der Übernahme des Tengelmann-Discounters Plus im Jahr 2009 von der Industrie geforderten „Hochzeitsrabatte“ ein Missbrauch der Nachfragemacht gewesen sind. In Arbeit beim Kartellamt ist noch das Vertikal-Verfahren zu Preisabsprachen im Lebensmittelhandel. (hed)
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