Glyphosat

EU-Kommission will Übergangslösung


Am kommenden Montag sollen die EU-Mitgliedstaaten erneut über die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels abstimmen. Die EU-Kommission schränkt in ihrem überarbeiteten Vorschlag die Zulassung auf nur noch 18 Monate ein.

Warten auf Gutachten

Im 2. Halbjahr 2017 wird die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ihre Untersuchung über mögliche Gesundheitsrisiken durch Glyphosat vorlegen. Die EU-Kommission macht jetzt die weitere Zukunft des herbiziden Wirkstoffs vom ECHA-Gutachten abhängig. Zudem legt sie den EU-Mitgliedstaaten nahe, die Verwendung der glyphosathaltigen Mittel in Parks, auf Kinderspielplätzen und vor der Ernte einzuschränken.

Mit ihrem Angebot hofft die EU-Kommission, doch noch eine qualifizierte Mehrheit zu gewinnen. EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis will an kommenden Montag im zuständigen Ausschuss aber nicht auf jeden Fall abstimmen lassen. Er ließ offen, ob er das Verfahren weiter vorantreibt, wenn auch auf der neuen Grundlage keine qualifizierte Mehrheit zusammen kommen sollte.

Kritik an dem Vorschlag der Kommission kommt unterdessen von Umweltverbänden. „Die Angebote der Kommission sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert die Pestizidexpertin des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Heike Moldenhauer. „Damit wäre Glyphosat weiter auf dem Markt. Bevölkerung und Umwelt wären der Risiko-Chemikalie auch künftig in großem Umfang ausgesetzt." Die Mitgliedstaaten dürften sich keinesfalls auf diesen "faulen Kompromiss" einlassen, fordert der BUND. (Mö)
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