Algen sind der neue Raps, wenn es nach der EU-Kommission gehen soll
-- , Foto: Forschungszentrum Jülich
Algen sind der neue Raps, wenn es nach der EU-Kommission gehen soll

Die EU-Kommission legt einen Vorschlag für die EU-Richtlinie für erneuerbare Energie vor. Danach soll der Energiebedarf der EU bis 2030 zu mindestens 27 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten macht die EU-Kommission keine exakten Vorgaben mehr. Auch die bestehende Auflage von mindestens 10 Prozent erneuerbare Energie im Verkehrssektor für 2020 wird nicht mehr fortgesetzt. 

Ölsaaten und Rüben sind die Verlierer

Dafür will die EU-Kommission den Einsatz von alternativen Kraftstoffen im kommenden Jahrzehnt streng regeln. Biokraftstoffe aus Ölsaaten, Getreide und Zuckerrüben sollen bis 2030 deutlich weniger eingesetzt werden. Die EU-Kommission will der Mineralölindustrie Vorgaben machen, nach der die höchst mögliche Beimischung von Biokraftstoffen der 1. Generation von 7 Prozent im Jahr 2021 auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 schrittweise vermindert werden soll. 

Die EU-Kommission argumentiert mit mäßigen Klimaeffekten heutiger Biotreibstoffe und mit der Konkurrenz zur Erzeugung von Lebensmitteln auf knappen Ackerflächen. Dafür sollen Biotreibstoffe aus Abfällen und Algen stärker gefördert werden. Die EU-Kommission sieht einen Mindestanteil für Treibstoffe der 2. Generation in Kraftstoffen von 1,5 Prozent im Jahr 2021, 2,9 Prozent im Jahr 2025 und 6,8 Prozent im Jahr 2030 vor. 

In Algen steckt viel Potenzial

Algen enthalten sehr viel Öl. Sie sind laut des Forschungszentrums Jülich, das ein Algen-Forschungslabor aufgebaut hat, eine ideale Basis für einen natürlichen Kraftstoff. Algen enthalten demzufolge bis zu 75-mal mehr Fett als die Energiepflanzen Raps und Mais. Zudem produzieren Algen unter Sonnenlichteinfluss bis zu 20-mal mehr Biomasse. Allerdings ist eine wirtschaftliche Nutzung bisher nicht möglich. Noch sei der Herstellungsaufwand im Vergleich zu anderen Kraftstoffen hoch, heißt es aus Jülich. Ebenso gibt es bei der Umwandlung von Abfällen zu Biotreibstoffen noch keine wirtschaftlich attraktive Lösung. (Mö/kbo)
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