Gentechnikfunde

EU prüft Importverbot für US-Weizen


Wiedergänger
GV-Weizen wurde bereits im Mai 2013 auf einer Farm im US-Bundesstaat Oregon gefunden. Die GV-Spuren stammten von einer Linie, die Monsanto zwischen 1998 und 2007 bei Feldversuchen getestet hatte. Daraufhin hatte Japan Lieferungen von US-Weizen storniert. Lange hielten diese Behinderungen jedoch nicht an, weil kein Weizen in die Vermarktung gelangt war. Landwirte klagten allerdings gegen Monsanto. Nach langem Rechtstreit gab es einen Vergleich. Der Saatgutkonzern zahlte jeweils 50.000 US-$ an staatliche Agraruniversitäten in sieben US-Bundestaaten. (db)
Der Fund von gentechnisch veränderten Weizenpflanzen in den USA beschäftigt die EU-Kommission. Die Vertretung der USA in Brüssel habe die Brüsseler Behörden darüber informiert, dass auf einem unbestellten Acker im US-Bundesstaat Washington 22 gentechnisch veränderte Weizenpflanzen gefunden worden seien. Diese sollen offenbar aus einem früheren Versuchsvorhaben stammen.

Die Kommission informierte daraufhin die zuständigen Behörden in den EU-Mitgliedsländern. In Deutschland wird das weitere Vorgehen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert. Den Kontakt zu den US-Behörden hält die EU-Kommission. Sie hat auch um die Bereitstellung eines geeigneten Testverfahrens gebeten, welches den Überwachungsbehörden der Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt werden soll.

Das Thema werde auch auf der kommenden Sitzung des zuständigen Ausschusses von Kommission und Mitgliedsstaaten behandelt, so das BMEL. Möglich sei ein Einfuhrverbot von US-Weizen für die gesamte EU. Der Effekt eines Importstopps wäre für Deutschland jedoch gering. Nach Auskunft des BMEL wurden im gesamten Jahr 2015 lediglich 514 t aus den USA nach Deutschland importiert. In den Jahren zuvor beliefen sich die Importe auf etwa 20.000 t. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um Hartweizen. (jst)


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