Bis zum Herbst soll die Vereinbarung in einen rechtsverbindlichen Text gefasst werden. Es ist das erste Abkommen seiner Art, dass die EU mit einem Entwicklungsland abgeschlossen hat. Die gleichmäßige Liberalisierung beinhaltet eine Übergangsphase, damit Vietnam seine Standards anpassen kann.

Beide Seiten verständigten sich in allen wesentlichen Fragen wie etwa den Wegfall von Zöllen auf Textilien, Lebensmittel und Maschinen. Das Abkommen sichert geografisch geschützte Angaben europäischer Produkte in Vietnam, insbesondere Agrarerzeugnisse, und umgekehrt: So wird etwa vietnamesischer Kaffee als geografisch geschütztes Erzeugnis in der EU anerkannt werden.

Das Abkommen setze gute Standards für die Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem gesamten südostasiatischen Raum, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström auf einer Pressekonferenz in Brüssel. „Vietnam hat eine aufstrebende Wirtschaft. Wenn das Abkommen einmal in Kraft ist, wird es durch den wachsenden Marktzugang für Waren und Dienstleistungen beachtliche Möglichkeiten für Unternehmen auf beiden Seiten bieten". Malmström sprach laut einer Mitteilung der EU-Kommission während der Verhandlungen auch die Menschenrechtssituation in Vietnam an. Zweieinhalb Jahre hatten die Verhandlungen gedauert.
Die EU war 2014 der zweitgrößte Handelspartner für das asiatische Land. Waren im Wert von 28,2 Mrd. Euro wechselten zwischen den beiden Wirtschaftsräumen. (az)
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