Outlook Konferenz

EU und USA im Gleichschritt

Die Landwirtschaft müsse mehr produzieren und dabei knappe Ressourcen schonen. Die USA und die EU setzen dabei auf Präzisionsackerbau. „Wir wollen genau wissen, was auf welchen Flächen möglich ist,“ erklärte Vilsack auf der Konferenz der EU-Kommission zur Zukunft der Landwirtschaft. Auf Flächen, auf denen eine Effizienzsteigerung in der Agrarproduktion kaum möglich sei, müssten durch Aufforstung Karbonsenken entstehen, führte der Landwirtschaftsminister der USA aus.

Hogan betonte, über das Greening und Agrarumweltprogramme würden auch in der EU erhebliche Flächen und Haushaltsmittel einer ressourcenschonenden Landwirtschaft gewidmet. Nur müsse dass Greening von weiterem Verwaltungsaufwand befreit werden. Die Vereinfachung gehörte zu den Prioritäten der EU-Kommission und nur wenn diese gelinge und die EU über eine effiziente GAP verfüge, könne das Subventionsniveau gehalten werden.
 

Handelsabkommen als Chance für Wachstum

Einig waren sich Hogan und Vilsack auch bei der Exportorientierung. Nur dort, und nicht auf dem Binnenmarkt, sei auch zukünftig mit größerem Wachstum zu rechnen. Vor allem setzen beide Agrarpolitiker auf die weltweit ansteigende Mittelschicht, die eiweißreiche Nahrungsmittel nachfragt. Von den transatlantischen Handelsgesprächen (TTIP) versprechen sich beide Seiten Vorteile. Für die EU gebe es einen sicheren und zukunftsträchtigen Platz im Regal amerikanischer Lebensmittelanbieter, vor allem für Käse und Wein, beteuerte Vilsack. Dafür müssten die USA mehr Spielraum für ihre Fleischexporte in die EU bekommen. Das nordamerikanische NAFTA-Abkommen nannte er als Vorbild. Sowohl Kanada, als auch Mexiko und die USA hätten ihre Agrarexporte nach der Einrichtung der nordamerikanischen Freihandelszone steigern können.

Bei der Nahrungsmittelsicherheit hätten die USA und die EU zumindest gleiche Ziele, führte der US-Landwirtschaftsminister aus. Allerdings seien die Wege zu hohen Standards für die Lebensmittelqualität unterschiedlich. Hogan betonte in diesem Punkt erstmals Unterschiede zwischen der EU und den USA. Es gebe Dinge, die der europäische Verbraucher ablehne, wie das Klonen, die grüne Gentechnik oder Hormonfleisch. Darauf müsse auch die Politik reagieren und unterschiedliche Standard zulassen, forderte der EU-Agrarkommissar. (Mö)
 
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