Die Europäische Union hat ihre Stellung als weltweit größter Exporteur von Agrargütern beziehungsweise Lebensmitteln im vergangenen Jahr verteidigt. 2015 wurden Waren für die Nahrungsmittelindustrie im Wert von 129 Mrd. € exportiert, ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit waren 7 Prozent der aus der EU ausgeführten Güter Lebensmittel, wie aus einem Bericht der Europäischen Kommission hervorgeht. Der gesamte landwirtschaftliche Sektor erwirtschaftete demnach 2015 insgesamt 410 Mrd. €. Die Landwirtschaft sowie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind in der EU für 7,5 Prozent der Arbeitsplätze und 3,7 Prozent der Gesamtwertschöpfung verantwortlich. Zwar litten einige Mitgliedstaaten und Sektoren weiter stärker unter dem russischen Importembargo sowie den niedrigen Weltmarktpreisen, der EU-Agrarhandel habe 2015 insgesamt aber sehr positive Ergebnisse erbracht.

Milchpulver erreichte den höchsten Exportwert

Am stärksten zulegen konnten 2015 die Ausfuhren von Wein und Spirituosen, deren Exportwert 1,5 Mrd. € erreichte. Den höchsten Wert erzielte Milchpulver. Gleichzeitig wurden Molkereiprodukte sowie Obst und Gemüse am stärksten vom russischen Embargo getroffen. Insgesamt bleibt die EU aber seit 2010 Netto-Exporteur. Die Diversifizierung der Ausfuhren sei der Schlüssel für die gute Exportleistung der EU, hieß es weiter. Es seien sowohl neue Märkte gefunden als auch die Partnerschaften mit existierenden Handelspartnern vertieft worden. So gehe rund die Hälfte der Steigerung der Ausfuhren 2015 auf das Konto Chinas, sagt die Kommission weiter. Die fünf Top-Exportdestinationen für die EU sind die USA, China, die Schweiz, Russland und Japan. Einige gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Hemmnisse seien 2015 abgebaut worden. (AIZ)
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