Auf das Kürzen der Schwänze soll in Zukunft verzichtet werden.
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Auf das Kürzen der Schwänze soll in Zukunft verzichtet werden.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer, die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) und das Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) wollen beim Tierschutz gemeinsam voran kommen. Verzichtet werden soll auf das Kupieren von Schweineschwänzen. Alle beteiligten Parteien äußerten sich positiv zu der Vereinbarung.

Als „herausragendes Engagement“ für mehr Tierwohl und Tierschutz lobte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer die Vereinbarung. „Wir Tierhalter arbeiten mit Hochdruck an Lösungen der für die Gesellschaft relevanten Themen“, sagte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes. Der AEF-Vorsitzender Uwe Bartels betonte: „Das konstruktive Mitwirken des AEF beim Verzicht auf nicht kurative Eingriffe wie das Schwänzekupieren bei Schweinen beweist ein weiteres Mal die Ernsthaftigkeit der Bemühungen der Region Oldenburger Münsterland, mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung umzusetzen.“ Dierkes verwies darauf, dass es für den Verzicht auf das Schwänzekupieren  „noch keine Patentlösung“ gebe.

Gemeinsame Eckpunkte
1. Effektive und praktikable Tierschutzförderung, um auf das routinemäßige Kürzen von Schweineschwänzen zu verzichten
2. „Expertennetzwerk Tierschutz und Tiergesundheit“, dem unter anderem Tierärzte, Fütterungsexperten, produktionstechnische Berater und Vertreter von Schlachtunternehmen angehören
3. Wirksame Anreize für reale und machbare Verbesserungen in der Tierhaltung, ohne den Strukturwandel zu verschärfen
4. Abstimmung der staatlichen Förderprogramme untereinander und mit privatwirtschaftlichen Vorhaben wie der „Initiative Tierwohl“
Zum Nachteil der Tiere sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, so der AEF-Vorsitzende. Gleichwohl biete die im intensiven Dialog mit dem Ministerium erreichte Vorgehensweise „die Voraussetzung, zeitnah echte Fortschritte im Sinne des Tierwohls zu erreichen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinehaltung zu sichern und den Strukturwandel nicht zu beschleunigen“.

Der Weg bis zu diesem Eckpunkte-Papier sei steinig gewesen, meinte Dierkes. Umso mehr freut es ihn, „dass wir uns nun nach solch zähem Ringen auf die Voraussetzungen für eine effektive und praktikable Tierwohlförderung im Sinne aller Beteiligten – vor allem der Tiere – einigen konnten.“ Das Papier sei „ein wichtiges Signal für uns Schweinehalter, dass unsere intensiven Bemühungen berücksichtigt werden. Jetzt muss das Papier in der Umsetzung von allen Seiten auch tatsächlich mit Leben gefüllt werden." In Niedersachsen leben mehr als ein Drittel der bundesweit 28 Millionen Schweine. (az)
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