Nachhaltigkeitsstrategie

Effizienz in den Vordergrund stellen

Die in dieser Woche vom Bundeskabinett verabschiedete „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016“ stößt beim Deutschen Bauernverband (DBV) auf Kritik. „Eine wirklich nachhaltige Nachhaltigkeitsstrategie für die deutsche Landwirtschaft darf sich nicht nur auf ökologische Kriterien beziehen und die soziale und ökonomische Seite ausblenden“, kommentiert der DBV-Umweltbeauftragte Eberhard Hartelt. Ein „detailverliebtes Aneinanderreihen“ von Umwelt- und Nährstoffindikatoren sei im Sinne der Nachhaltigkeit zu kurz gegriffen und vernachlässige den gesamtheitlichen Ansatz der nachhaltigen Entwicklungsziele der UN. Bei wachsender Weltbevölkerung müsse die Effizienz des Ressourceneinsatzes im Vordergrund stehen, damit „Höhere Erträge mit weniger“ erzeugt werden.

„Es wäre besser gewesen, wenn sich die Strategie auf die wesentlichen Punkte und global relevanten Themen konzentriert hätte, anstatt sich in allen Einzelheiten der Gewässerqualität zu verlieren und immer neue Indikatoren zu Nährstoffüberschüssen in Ökosystemen, Flüssen, Meeren und Grundwasser hinzuzufügen“, so Hartelt. Zur Nachhaltigkeitsstrategie gehört nach Ansicht des DBV auch der Beitrag der deutschen Landwirtschaft zur nachhaltigen Ernährungssicherung und zum Klima- und Ressourcenschutz durch effiziente Produktion. Doch die Vorschläge des DBV zur Entwicklung landwirtschaftlicher Produktivität, Effizienz und Einkommen seien nicht aufgegriffen worden. Nicht nachvollziehbar sei auch, weshalb das Ziel der Reduzierung des Flächenverbrauchs auf 30 ha Versiegelung pro Tag bis zum Jahr 2030 „auf die lange Bank geschoben wird“, so Hartelt.
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