Pflanzenschutzzulassung

Efsa prüft Glyphosat bis Jahresende


Peer-Review in der EU
Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln werden in der EU nach einem festen Schema bewertet. Zunächst erstellt ein als Berichterstatter ernannter Mitgliedstaat einen ersten Entwurf eines Risikobewertungsberichts. Im Fall von Glyphosat war das Deutschland. Der Bericht wird im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens von der EFSA überprüft, die ihre Schlussfolgerung der EU-Kommission übermittelt. Die politische Entscheidung über die Zulassung wird von der Kommission und den zuständigen Ausschüssen der Mitgliedstaaten getroffen. (db)
Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) ist jetzt dafür zuständig, die Ergebnisse eines Berichts der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zu bewerten. Sie muss prüfen, ob sich durch die neue Gefahreneinstufung der IARC auch die Risikoeinstufung ändert. Die Krebsforschungsagentur war zu dem Schluss gelangt, dass Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ beurteilt werden muss.

Die EFSA führt zurzeit ohnehin ein Peer-Review-Verfahren bezüglich der Neubewertung von Glyphosat als Wirkstoff durch. Dieser Prozess läuft seit mehreren Jahren. Deutschland war Berichterstatter, und das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) hatte seinen Abschlussbericht im April 2015 abgegeben. Die EFSA wird jetzt im laufenden Peer-Review auch Erkenntnisse aus der neuen IARC-Monografie bewerten.

Die abschließende Schlussfolgerung des umfassenden Peer-Reviews kündigt die EFSA noch in diesem Jahr an. Sie wird dann veröffentlicht und der Europäischen Kommission übermittelt, die abschließend zusammen mit den Gremien der EU-Mitgliedstaaten über die EU-Zulassung von Glyphosat entscheidet. (db)
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