EU-Ökoverordnung

Einigung in letzter Minute

Das Europaparlament, die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission konnten sich in den wesentlichen Punkten einig werden. Für den Biobauern gibt es einige Regelungen, um die Umstellung auf die neue Produktionsweise zu erleichtern. Dazu gehört eine Gruppenzertifizierung für Kleinerzeuger. Durch bessere Kontrollen der Importe soll das Vertrauen der Verbraucher in den schnell wachsenden Markt verbessert werden. Um das Angebot mit Ökosaatgut auszuweiten, soll eine zentrale Datenbank aufgebaut werden. „Erstmals erkennt die EU-Kommission die Besonderheiten von Ökosaatgut an", freute sich EP-Berichterstatter Martin Häusling von den Grünen. Ausnahmen für die Verwendung von konventionellem Saatgut im Ökolandbau laufen 2035 aus. Tschechien und die Slowakei stimmten gegen den Kompromiss, weil der er keine europaweiten Grenzwerte für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Ökoerzeugnissen vorsieht. Stattdessen dürfen die vier EU-Mitgliedstaaten mit besonderen Grenzwerten diese beibehalten. 2024 soll das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen. Dänemark und Finnland verweigerten ebenfalls ihre Zustimmung, weil der Anbau von Ökoerzeugnissen in Gewächshäusern beschränkt wird. Lediglich heutige Erzeuger bekommen in den skandinavischen Ländern einen Bestandsschutz für 10 Jahre. EU-Agrarkommissar Phil Hogan begrüßte die Einigung, die dafür sorge, dass der schnelle wachsende Ökosektor sein volles Potential ausschöpfen werde. (Mö)
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