Die zunehmende Bildung von Antibiotikaresistenzen rückt in den Blickpunkt von Agrarpolitikern. Die Agrarminister der Länder verlangen von der Bundesregierung, schnellstmöglich eine Liste vorzulegen, in der antimikrobiell wirksamen Stoffe oder Stoffgruppen aufgeführt sind, die künftig in der Veterinärmedizin verboten werden sollen. Geht es nach dem Willen der Agrarministerkonferenz (AMK) sollen diese Reserveantibiotika künftig nur noch nach Erstellung eines Antibiogramms oder nur für eng in der Zulassung definierte Anwendungsgebiete eingesetzt werden. Um dieses Verbot in Kraft zu setzen, bedarf es einer Ermächtigung zum Arzneimittelgesetz.

Nach Mitteilung des Agrarministeriums in Niedersachsen gehören dazu die Stoffklassen der Fluorchinolone und Cephalosporine, deren Verwendung sich in den Jahren 2011 bis 2013 in Deutschland um 50 Prozent erhöht habe. Diese Gruppen würden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Reserveantibiotika eingestuft.(da/jst) 
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